Auf Nimmerwiedersehen Alpecin

Auf Nimmerwiedersehen Alpecin

Rohtext meiner allerersten Kurzgeschichte

Er konnte sich nicht vorstellen was passieren würde, wenn er den Gestaltungstrakt der Fachhochschule Vorarlberg betritt. Das Virus steckte schon in seinem Körper und breitete sich langsam in jede einzelne Zelle aus. Mit gezielten Schritten bewegte sich Peter Richtung Macpool. Seine Gliedmaßen fühlten sich immer schwerer an. Das war schon etwas merkwürdig. Ein Blick auf Arme und Beine bestätigten, dass er die Gewichte vom morgendlichen Workout wirklich abgelegt hat. Mit einem Rums landen Rucksack und Jacke auf dem Arbeitstisch. Der iMac startet hoch und Peter loggt sich ein. Der Raum füllt sich, es werden immer mehr Studierende. Alle sind vertieft in ihre Bildschirme, besonders Peter. Er hätte fast vergessen seinen letzten Pocket Coffe zu essen. Die bekommt er immer von Oma Gertrude, die weiss nämlich ganz genau was ihr Enkel gerne hat. Mhm,… wie lecker die kleinen Koffeinbomben doch sind. Nach diesem Snack fliegen Peters Finger viel flinker über die Tastatur. Er fühlt sich besser, schon fast wieder wie ein richtiger Mensch. Danke Oma Gertrude.

Die Deckenlichter im Macpool fangen zu flackern an und die Stimmung wird immer düsterer. Nur mehr die Bildschirme dienen als Lichtquelle. Erst jetzt fällt Peter auf, dass sich das Getuschel seiner Kommilitonen heute anders anhört. Vermutlich sind derzeit viele Incomes an der FHV. Das muss es sein. Peter kann die Sprache nicht einordnen. Englisch ist es auf keinen Fall. Es hört sich eher aggressiv an und die Betonung liegt auf merkwürdigen Silben. Irgendwas aus dem Ostblock muss das sein. Er wird immer aufmerksamer. Was ist das? WTF! Sachen gibt es. Peter findet es sehr übertrieben, dass die Incomes sogar zum Unterricht ihre roten Kontaktlinsen und schwarzen Ledermäntel tragen. Seinem Geschmack entspricht das ja überhaupt nicht. Aber gut, er will ja nicht urteilen. Das hat ihm Mama schon seit Kindesalter eingetrichtert.

Der letzte Absatz ist geschafft. Peter hat seine Arbeit fertig und will gerade aufbrechen, als ihm ein unglaublich kalter Schauer über den Rücken läuft. Einer der Studenten, mit undefinierbarer Sprache, ist ganz nah an ihm vorbei geschlichen und schnupperte intensiv an Peters Kopf. Er war sich nicht sicher, ob er das jetzt wirklich erlebt hat. Es ging so schnell und er konnte es nicht fassen. Macht man das so bei denen zuhause? Jetzt schnell raus aus diesem dunklen Kasten. Als Peter aus dem Gestaltungstrakt noch etwas perplex ins Freie tritt, müssen sich seine Augen erst wieder an das Tageslicht gewöhnen. Schön ist es.

Zuhause angekommen ruft Peter nochmal seinen Studenten-E-Mail-Account auf um eine Nachricht an einen Dozenten zu verfassen. Er reflektiert den Tag an der Fachhochschule und öffnet eine Mail mit einer allgemeinen Information vom Cafe Schräg. Immer diese lästigen Mails. Als ob es ihn interessieren würde, was die für ein Tagesangebot haben. Es gibt wichtigeres. Als er den Gedanken fertig gedacht hat liest er: „Es tut uns leid, dass heute alle Kaffeeautomaten im ganzen FHV-Campus defekt waren. Wir bemühen uns um eine rasche Fehlerbehebung. Bald wird es wieder Kaffee für alle geben.“ Oh – dachte sich Peter und schüttete seinen Alpecin Coffein Shampoo in den Abfluss. So etwas gruseliges möchte er nämlich nicht noch einmal erleben.

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