Weiterentwicklung des BA Themas

Mein Projektthema hat sich weiterentwickelt. Zusammengefasst möchte ich in diesen Prozess Einblick schaffen. Am Anfang schwebten mir einige Themen im Kopf herum, für die ich mich drei Jahre lang intensiv interessieren könnte.

Da war das Graphics Interchange Format, kurz GIF. Das Grafik- und Dateiformat erlebte in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung und wird gerne als Alternative zu Video-Formaten und Fotos verwendet. Es ist kompakter als Videos. Einfacher zu erstellen und zu verschicken. Die visuellen Eigenheiten der GIFs könnte man durchaus als kultig bezeichnen. Alle möglichen Social-Media-Kanäle sind vollgestopft mit GIFs. Mit Apps kann jeden GIF-Liebhaber superschnell eigene GIFs erstellen, direkt am Smartphone. „Fast-GIFs“ sozusagen. Witzige, aber auch ernste, informelle Inhalte können mit diesem Medium transportiert werden. Dieser Bereich beschäftigt mich immer noch sehr, doch für eine wissenschaftliche Herangehensweise war mir das Dateiformat zu flach.

Da war das Inserat. Für jeden Gestalter ist es immer wieder eine Herausforderung. Für jeden Kunden ist es immer wieder ein Spiegel. In Print- und Webprodukten sind Inserate bzw. Web-Banner Tagesgeschäft. Mit ihnen werden die Produkte finanziert. Kunden sponsern und fördern das jeweilige Medium und bekommen im Gegenzug Fläche für ihre Informationen.  Dies Informationen werden optisch an das Erscheinungsbild/Idee der Kunden angepasst. Das veröffentlichende Medium hat meist gar keinen Einfluss auf das visuelle eines Inserates. Die Anzeigen haben ihr eigenes Gesicht. Die Herausforderung für den Gestalter liegt darin, das Gesicht des Inserates mit dem Gesicht des Mediums zu kombineren. Das sollte harmonieren. Eine alternative Form für Inserate wäre eine Lösung, die dem Gestalter entgegen kommen würde. Um die Interessen des Kunden nicht aus den Augen zu verlieren, bräuchte es da eine passende Lösung, ein Konzept. Aus dem beide Seiten profitieren würden. Der Gestalter und der Kunde.

Da war die kreative Selbstverwirklichung mit Impuls aus dem Bauch heraus. Das Bauchgefühl/die Intuition. Ich habe schon einige berufliche Etappen hinter mir. Eine technische Ausbildung im Bereich Hochbau, ein Abstecher in den Online-Journalismus, eine Ausbildung als Grafikerin/Medienfachfrau (auf dem Lehrbrief steht zwar Druckvorstufentechnikerin, aber das ist eine andere Geschichte) und unzählige Projekte, aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Eines jedoch hat all diese Etappen verknüpft. Der Drank zur Selbstverwirklichung. Es sei jetzt einmal dahin gestellt, was denn die Selbstverwirklichung im Volksmund ist. Für mich bedeutet Selbstverwirklichung, das zu machen was mir Spaß macht, weil ich es kann und will. Ohne starre Strukturen im Nacken. Als mein eigener Boss, aber auch untergeordnet in einem Team, dass offen für meine Bedürfnisse ist und mich entdecken lässt. Auf dem Weg habe ich mich weiterentwickelt, bin älter geworden. Aufgefallen ist mir, dass ich Entscheidungen immer mehr aus dem Bauch heraus getroffen habe. Meine Intuition hat sich gefestigt. Ich weiß, dass sie da ist und bin davon überzeugt, dass es sich lohnt auf sie zu hören. Das schreibe ich dem Alter und der Erfahrung zu.

Das war es nun. Im ersten Semester habe ich mich entschlossen mich mit dem Bauchgefühl zu beschäftigen. Punkt. Es folgten Recherche mit den Begrifflichkeiten „Bauchgefühl“ und „Intuition“. Der deutsche Psychologe und Autor Gerd Gigerenzer verwendet genau diese Begriffe in seinem Buch „Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Inuition“. Er beschreibt in diesem Buch, dass viele Menschen Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, was auf den ersten Blick aller Vernunft zu wiedersprechen scheint. Anhand zahlreicher Beispiele, woher unser Bauchgefühl oder Intuition kommt, erkundet der Professor für Psychologie welcher Logik unsere unbewusste Intelligenz folgt. Das Thema war anfänglich sehr schwer für mich zu fassen, da ich mich zum ersten Mal mit Psychologie-Büchern beschäftigt habe. Lesen ging gut, aber das verstehen manchmal nicht. Auch das Themenfeld, welches sich öffnete überforderte mich. Ich sah das Ziel nicht vor Augen und konnte mir nicht vorstellen, wo die Recherche zum Kern finden könnte.

Vom Bauchgefühl zum impliziten Wissen

Mein Bezugspunkt zum Bauchgefühl war immer meine persönliche Interpretation davon. Als Gestalter hat man in der Ausbildung die Grundlagen gelernt, durch das tägliche Anwenden dieser Grundlagen verankerten sie sich als Wissen in uns. Doch viel Wissen, dass sich mit der Zeit angesammelt hat, ist dem Gestalter gar nicht bewusst. Er handelt einfach und weiß nicht wieso. „Können, ohne sagen zu können, wie.“ Am Anfang des zweiten Semesters hatte ich ein Gespräch mit Hubert. Ich schilderte ihm meine Sichtweise und er begann zu verstehen von was ich überaupt spreche. Da war es. Wir hatten eine klare Formulierung für mein Bauchgefühl gefunden. Das implizite Wissen.

Von einem Tag auf den anderen viel mir die Recherche leichter. Der gefestigte Begriff „implizites Wissen“ scheint richtig zu sein. Ich fand auf Anhieb passende Literatur im Internet. Hubert und Bettina haben auch gleich „Implizites Wissen“ von Michael Polanyi als ausgehende Literatur empfohlen. Mittlerweile habe ich noch weitere Bücher zum Thema gesammelt und lese sie gerade. Ich versuche die verschiedenen Blickwinkel auf das implizite Wissen einzufangen und sie auf die Gestaltung runter zu brechen. Das ist mir sehr wichtig für meine wissenschaftliche Frage.

Langsam nähere ich mich dieser Frage – ich habe nämlich so ein Gefühl im Bauch. Ein großes Stück weiter gebracht hat mich der Austausch mit Persönlichkeiten aus meinem Umfeld. Sie haben mir zugehört, sich in meine Lage versetzt und gmeinsam mit mir reflektiert. Wie kann ich Gestaltung und implizites Wissen verbinden? Wie in einer Forschungsfrage komprimieren? Folgend ein paar Ansätze für eben diese Frage:

1
Wieviel theoretische/praktische Ausbildung benötigt gute Gestaltung? Und wieviel davon ist dem Bauchgefühl zuzuschreiben?

2
Was ist notwendig um gute Gestaltung zu gewählrleisten, in Bezug auf Ausbildung und Intuition?

Sowas in die Richtung wird es wohl werden. Dabei gilt es klar zu definieren, was gute Gestaltung, Gestaltung, Bauchgefühl, Intuition und weitere Begrifflichkeiten sind. Neben der Deskresearch möchte ich den Fokus auf Persönlichkeiten legen. Personen, die gestalten. Aus den unterschiedlichsten Bereichen. Da wir bei „Soziologie“ sowieso Interviews führen müssen, bietet sich dieser Ansatz sehr gut an. Falls den dies Frage noch aktuell ist, möchte ich auf den Ausbildungsweg der Personen eingehen, auf deren Gestalten und ihre Sichtweise, wie sich Intuition/implizites Wissen und ihr bewusstes Wissen zueinander stehen. Ob sie sich darüber bewusst sind, dass sie implizites Wissen haben und anwenden, oder ob das überhaupt kein Thema für sie ist. Wünschenswert wären auch deren Einblicke auf die definierten Begrifflichkeiten. Das ist der aktuelle Stand (5. Mai 2017).

Wie könnte das praktisch aussehen?

Eines steht schon fest. Ein Magazin soll es werden. Das Printmedium zum in der Hand halten und lesen. Eventuell begleitet durch eine Web-Publikation. Auf jeden Fall, soll es ausbaufähig sein und als regelmäßig in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Umgesetzt mit guter Gestaltung (laut Definition) und inhaltlich stark.

 

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